Psychotrauma - vom Überleben zum Leben

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Ich arbeite als Traumaberaterin und -begleiterin, da ich der Überzeugung bin, dass die Ursache all unserer Beschwerden, wenn wir sie kognitiv durch z.B. Verhaltenstherapie nicht lindern können, in unterbewussten Anteilen gespeichert sind. Diese sind kognitiv nicht erreichbar!

 

Daher bediene ich mich unterschiedlicher Methoden, welche auf den Theorien von

JOHN BOWLBY (Bindungstheorie)

IOPT (Identitätsorientierte Psychotheorie)

NARM (das neuroaffektive Beziehungsmodell zur Traumaheilung)

Somatic Experience (Peter Levine)

Ego State Therapie (Woltemade Hartmann)

Polyvagal Theorie (Steven Porges) und der

Behandlung von PTBS nach Bessel van der Kolk basieren

 

 

TRAUMA UND SEINE AUSWIRKUNGEN 

SIND WIR ALLE KRANK? 🤷🏼‍♀️

Eben nicht….. 

-> der Versuch einer Sichtweise ohne Pathologisierung: 

 

Wenn wir anerkennen, dass unsere Traumaüberlebens-Strategien intelligente Antworten auf Trauma sind und wir sie willkommen heißen, statt sie loswerden zu wollen, geling die Integration schneller und geradliniger. 

 

Eine Entpathologisierung und Anerkennung der Intelligenz, die dahinter steht, öffnen die Türen zur Selbstregulation. 

Angst, Depression, Arbeitswut, Leistungszwang etc. sind ursprünglich intelligente Antworten auf Gefühle, die ohne Koregulation nicht bewältigbar waren. 

Die Anerkennung des Ursprungs der Gefühle und die damit einhergehenden Kompensationsstrategien führen - gut begleitet - zur Regulation des Nervensystems, somit zu Entspannung und gleichsam zu neuen Kraft-Ressourcen, da diese nicht mehr zur Kompensation eingesetzt werden müssen. 

 

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Die IOPT- Methode

 

Wie sich „Heilung“ nach längerer Arbeit mit der IoPT-Methode anfühlen kann

 

Viele Menschen beginnen ihre Arbeit mit der IoPT-Methode aus einem tiefen inneren Bedürfnis heraus: Etwas stimmt nicht, etwas schmerzt, etwas wiederholt sich im Leben, obwohl man es längst hinter sich lassen wollte. Am Anfang steht oft ein diffuses Gefühl – das Bedürfnis nach Veränderung, ohne genau zu wissen, was das eigentlich bedeutet. Doch was passiert, wenn man diesen Weg konsequent geht? Wie fühlt sich „Heilung“ an, wenn wir Stück für Stück unsere eigene Identität zurückerobern?

 

Heilung ist kein Knopfdruck – sondern ein Prozess

 

Zunächst ist es wichtig zu verstehen: Heilung mit IoPT bedeutet nicht, dass plötzlich „alles gut“ ist. Es gibt keinen magischen Schalter, der die Vergangenheit löscht. Vielmehr ist es ein tiefgreifender Prozess des Wiederverbindens mit sich selbst. Alte, oft früh entstandene Überlebensstrategien treten nach und nach in den Hintergrund. Was bleibt, ist ein klarerer Blick darauf, wer man wirklich ist – jenseits von Trauma, Angst und Anpassung.

 

Anfangs kann dieser Prozess durchaus anstrengend sein. Manche erleben intensive Emotionen, alte Erinnerungen tauchen auf, verdrängte Gefühle melden sich zurück. Das ist kein Zeichen von „Rückschritt“, sondern der Beweis, dass sich innere Türen öffnen. Stück für Stück lernen wir, uns selbst nicht länger zu verlassen, sondern an unserer Seite zu bleiben – auch wenn es schmerzhaft wird.

 

Die ersten Anzeichen von Veränderung

 

Nach einer gewissen Zeit beginnen sich subtile Veränderungen zu zeigen. Sie sind oft unscheinbar und werden erst im Rückblick richtig deutlich:

 

  • Mehr innere Ruhe: Situationen, die früher sofort Stress ausgelöst haben, lassen sich plötzlich gelassener betrachten.

  • Klarere Entscheidungen: Statt sich ständig zu fragen, was „richtig“ ist, entsteht ein inneres Wissen, was für mich stimmig ist.

  • Weniger Schuldgefühle: Alte Muster von Selbstvorwürfen verlieren an Kraft, weil man erkennt, wo sie entstanden sind – und dass sie nicht zur eigenen Identität gehören.

  • Neue Lebendigkeit: Freude, Neugier und Kreativität kehren zurück, nachdem sie lange verschüttet waren.

 

Viele beschreiben es so, als würde sich ein grauer Schleier heben. Nicht von heute auf morgen – aber beständig.

 

Was bedeutet „Heilung“ in IoPT wirklich?

 

IoPT spricht weniger von Heilung im medizinischen Sinn, sondern eher von Selbstbegegnung und Identitätsfindung. Wir „heilen“ nicht ein Symptom, sondern integrieren abgespaltene Teile unserer Psyche, die sich in Folge von Trauma abgetrennt haben. Das führt zu einem inneren Zustand, der sich oft folgendermaßen anfühlt:

 

  • Präsenz: Man ist mehr im Hier und Jetzt, statt in alten Geschichten gefangen zu bleiben.

  • Selbstvertrauen: Entscheidungen basieren weniger auf Angst und mehr auf echtem Wollen.

  • Freiheit: Beziehungen werden klarer, weil alte Verstrickungen sich lösen.

  • Wärme für sich selbst: Der innere Kritiker wird leiser, der innere Verbündete stärker.

 

Heilung bedeutet also nicht, dass wir „fertig“ sind oder nie wieder Schmerz fühlen. Vielmehr lernen wir, uns selbst treu zu bleiben – auch dann, wenn es schwierig wird. Das ist die eigentliche Freiheit: Wir müssen uns nicht mehr verbiegen, um geliebt zu werden.

 

Wie fühlt sich das konkret an?

 

Menschen, die längere Zeit mit IoPT gearbeitet haben, beschreiben oft ähnliche Empfindungen:

 

  • „Es ist, als würde ich mich selbst zum ersten Mal wirklich spüren.“

  • „Ich merke, dass ich nicht mehr automatisch auf alles reagiere.“

  • „Ich kann mir selbst in die Augen sehen – und das fühlt sich gut an.“

  • „Mein Körper ist entspannter, ich habe mehr Energie.“

 

Diese Beschreibungen zeigen: Heilung ist ein sanftes Heimkommen zu sich selbst. Kein Spektakel, kein plötzlicher Donnerschlag – sondern ein immer tieferes Gefühl von Stimmigkeit.

 

Das Leben wird nicht perfekt – aber echter

 

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass Heilung ein Leben ohne Konflikte, Trauer oder Schmerz bedeutet. Das Gegenteil ist der Fall: Wir werden durchlässiger für das Leben. Gefühle dürfen kommen und gehen, ohne dass sie uns verschlingen. Beziehungen werden ehrlicher, auch wenn das manchmal Mut kostet. Entscheidungen werden klarer, selbst wenn sie nicht allen gefallen.

 

Mit IoPT lernen wir, uns selbst als verlässlichen inneren Anker zu erleben. Und das ist vielleicht das größte Geschenk: Nicht mehr ständig im Außen nach Bestätigung suchen zu müssen, sondern sich selbst genug zu sein.

 


 

Fazit:
Nach längerer Arbeit mit der IoPT-Methode fühlt sich Heilung oft an wie ein leises Aufblühen. Nicht spektakulär, aber tiefgreifend. Es ist ein Weg zurück zu sich selbst – in Kontakt mit dem eigenen Herzen, den eigenen Grenzen und dem eigenen inneren Ja zum Leben.

 


 

Der Begriff Trauma:

Peter Levine bringt es mit seiner Definition von Trauma auf den Punkt: es ist zu viel, zu schnell, zu plötzlich!

Was muss einem Menschen passiert sein, damit etwas als Trauma definiert werden kann?

So unterschiedlich wie wir sind auch die Grenzen des „Erträglichen“ für jeden Einzelnen. So kann es vorkommen, dass für eine Person etwas ganz furchtbar ist, während es für die nächste nicht so schlimm erscheint.

Dies hängt unter anderem davon ab, wie unser innerer Zustand, die Lebensumstände und die Regulationsfähigkeit unseres Nervensystems sind.

Es gibt mittlerweile Untersuchungen, die bestätigen, dass Menschen, die z.B. eine schwere Geburt erlitten haben, von den Eltern nicht gewollt waren oder die Mutter in der Schwangerschaft schwerem Stress ausgesetzt war, diese in Folge ein sehr empfindsames Nervensystem entwickeln. Diese sogenannte Hypervigilanz wird heute gerne als „hochsensibel“ bezeichnet.

Die schlimmsten Traumata entstehen durch Täterschaft der Eltern.

Achtung: Nicht nur psychische und physische Übergriffe sind für eine Psyche traumatisierend! Ein „nicht beachtet werden“ oder wenn die Mutter zwar für das physische Wohl gesorgt hat, aber emotional nicht erreichbar war, kann in der Psyche einen ähnlich gravierenden „Schaden“ verursachen, wie tätliche Übergriffe.

Erlebter Schaden kann zu Trauma führen

Der Betroffene erlebt sich in einem Zustand der Hilflosigkeit und Ohnmacht. Um die Bindung, welche basal für das Überleben verantwortlich ist, nicht zu riskieren, spaltet der Betroffene seine Gefühle, die für seine Autonomie und Athentitzität, sprich, seine Bedürfnisse stehen, ab. Der Körper reagiert in dieser Situation mit Stress, begleitet von Gefühlen der Angst, Panik, Schmerz oder Wut, etc. Unser Nervensystem bestimmt durch seine Reaktion unseren psychischen Zustand.

Ein „Zuviel“, wie vorher erwähnt - gekoppelt an ein "allein" (niemand hilft uns bei der Regulation der Emotionen), führt zwangsläufig zur Abspaltung (der Gefühle), da die überwältigende Energie Todesängste verursacht. Diese Spaltung führt zu Überlebensstrategien. Diese gehen mit dem Traumaanteil eine Balance ein und meiden so gut es geht Entwicklungen, die mit dem abgespaltenen Anteil in Verbindung gebracht werden können.

Beispiele für Überlebensstrategien

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Um eine Schädigung psychisch, seelisch zu überleben, erschaffen wir Überlebensstrategien. Diese können sich unter anderem so zeigen:

  • Aktionismus
  • Zerreden
  • Bewerten (sich und andere)
  • Analysieren und ausweichen von Emotionen
  • Gefühlskontrolle
  • Selbstsabotage und/oder Bestrafung anderer
  • jegliche Art von Sucht
  • Abdriften in spirituelle Ebenen (ich verzeihe nicht, aber Gott kann es...)
  • Opfer- oder Täterhaltung
  • ...

Jeder Täter war Opfer, bevor er zum Täter wurde!

Wie steige ich aus der Täter-Opfer-Spirale aus?

Das eigene Opfer-Sein muss bewusst gemacht werden und die durch die Traumatisierung abgespaltenen Gefühle müssen anerkannt und verarbeitet werden. Es entsteht dadurch sukzessive ein Gefühl der Selbstannahme und Selbstverantwortung, welche die Grundlage zur Selbstliebe darstellen.

Eine klare Sicht auf toxische Beziehungssysteme und ein Ausstieg aus ihnen, ermöglicht zu erfahren, wie sich gesunde Wut, gesunde Angst oder gesunde Liebe anfühlen.

Beziehungen können dann aus der Fülle und nicht aus einem Mangel eingegangen werden. Dies unterscheidet kranke von gesunden Beziehungen. Ich bin bereit meine Liebe zu geben und Liebe zu empfangen. Ich kann ohne schlechtes Gewissen annehmen, um Hilfe bitten, mich abgrenzen.

 

Kurz gesagt: ich bin bei mir und nicht im Außen!

Ich erlaube mir meine Gefühle, habe tiefes Mitgefühl für meine inneren Traumakindanteile und lebe gesunde Selbstfürsorge.

Das Erlangen einer gesunden Abgrenzung gegenüber anderen Menschen und ein liebevoller Selbstbezug sind wichtige Schritte zu einer gesunden, integren Psyche.

Woran kann ich erkennen, dass traumatische Erlebnisse wirklich integriert sind?

  • Regulation der Emotionen ist möglich
  • Ich erkenne alte Reaktionsmuster und kann mich von ihnen distanzieren. Dies erschafft innere Stabilität
  • Grenzen werden gesund gesetzt und nicht aus Traumaüberlebensstrategien heraus (lies mehr im Blog von mir: „Nein“ ist ein ganzer Satz!)
  • Ich verfalle nicht mehr in Reaktionsmuster wie angreifen, zurückziehen, mauern oder beschwichtigen.
  • Statt Ohnmacht ermächtige ich mich selbst und handle. Das stärkt wiederum mein Selbstbewusstsein
  • Ich erkenne, wo ich noch in Überlebensstrategien gefangen bin und wo ich wirklich authentisch im Umgang mit anderen bin.
  • Ich vertraue mir selbst und meinen Urteilen
  • Ich bin authentisch und übernehme volle Verantwortung für meine Gefühle
  • Ich projiziere nicht auf Andere sondern bleib bei mir

Eine gesunde Psyche unterscheidet zwischen:

  • ICH – DU - WIR (meine Bedürfnisse, deine Bedürfnisse, unsere Bedürfnisse)
  • Wahrnehmung und Projektion (ich nehme wahr oder ich werte)
  • Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft (das was war, ist heute nicht mehr... etc.)
  • Innen und Außen (was will ich, was glaube ich, was andere wollen)
  • Liebevollem Sein und unerfüllbaren Sehnsüchten (Fülle oder Mangel)
  • Machbarem und Unerreichbarem (Realismus vs. Illusion)
  • Leben und Überleben (alles, was wehtut ist nicht leben, sondern überleben, denn das Leben ist leicht!)
  • Opfer und Täter (Ich bin immer beides, Opfer und Täter - auch Täter an mir selbst!)

METHODEN - BEISPIELE

IoPT - Die Methode

(C) Prof. Franz Ruppert - Spaltung der menschlichen Psyche
(C) Prof. Franz Ruppert - Spaltung der menschlichen Psyche

Die gute Nachricht:

DU HAST IMMER GESUNDE ANTEILE!

 

Du kommst mit einem Anliegen zu mir. Beispiele für Anliegen :

Es kann ein Satz, eine Frage, ein Bild, eine Zeichnung oder ähnliches sein.

 

 

„Was wollen mir meine Knieschmerzen sagen?“

„Warum fühle ich mich immer so verloren?"

"Ich will frei sein!"

„Wo bin ich zuhause?“

„Ich will leben“

"Ich will Kinder, aber es klappt nicht..."

„Ich will geliebt werden"

„Was ist das zwischen mir und meinem Sohn Alex?“

„Wo bin ich?"

„Wieso greife ich immer zum falschen Partner?“

"Warum hänge ich an meiner Arbeit?"

"Wer bin ich?"

"Kaiserschnitt / ich / Name des Kindes"

... etc.

Du siehst, ... alle Fragestellugen sind möglich!

Du kannst mit mir im Einzelsetting oder in der Gruppe (an den Anliegentagen) dein Anliegen einbringen. Im Laufe der Arbeit werden sich im geschützten Rahmen die abgespalteten Traumaanteile zeigen. Dies hebt die Spaltung auf und ermöglicht, die Anteile zu integrieren.

Du musst keine Angst vor Retraumatisierung haben, denn die gilt es unter allen Umständen zu vermeiden! Daher wirst du von mir sehr verantwortungsvoll begleitet. Die Methode nutzt die Weisheit deines Unterbewusstseins, welches nicht mehr „hergibt, als es verkraftet“.

Falls du Fragen zur Methode hast oder dich angesprochen fühlst, melde dich gerne bei mir für einen Termin. Die Termine für die Anliegentage findest du unter diesem LINK

 

Ego-State nach Dr. Woltemade Hartmann

Ich möchte hier noch den Ansatz von Dr. Woltemade Hartmann (Ego-State Therapie) erörtern, da er die Anteile ähnlich benennt. Er unterscheidet zwischen:

 

1. Ressourcenreiche Anteile

2. Verletzte Anteile

3. Verletzende, destruktive Anteile

 

1. Ressourcenreiche Anteile entstehen durch wiederholte, gute Erfarhungen.

Neuronale Netzwerke, sind mit Lebensfluss verbunden. Lebendige Aspekte der Persönlichkeit wie Stärke und der Anteil, der Licht in grauen Alltag bringt. So ist auch die Kreativität ein ressourcenreicher Anteil.

2. Verletzte Anteile sind Repräsentanten für wiederholte, negative Erfahrungen. Sie tragen Symptome und Muster in sich, die ihren Erfahrungen entsprechen. Muster: flucht, Unterwerfung, Angriff. Das brave Mädchen, der People Pleaser. Diese Anteile sind oft traumatisiert oder verletzt. Die ängstlicht innere Stimme kann so ein Anteil sein, der sagt: tu das nicht, die anderen werden dich auslachen. Zeig dich nicht, sei lieber ruhig.

3. Verletzende Anteile sind durch wiederholte negative Erfahrungen entstanden. Hohe Spannung, starke Emotionen und schwere Symptome. Tragen dysfunktionale oder destruktive Muster, welche zu viel Schmerz und Leid führen können.

Innere Richter und Miesmacher: bist du es wert? Wie anmassend bist du?

Unterscheiden zwischen täterimitierende und täterloyale Anteile:

Täterimitierend verhalten sich jede Anteile, die sich so verhalten, wie die Personen, die damals bedrohlich waren.

Täterloyale Anteile vollziehen Muster, welche das Verhalten der bedrohlichen Personen von damals schützen oder entschuldigen.

 

ALLE ANTEILE SIND FÜR UNS!!!

 

Warum verhalten sich diese Anteile so schädlich? Sie sind lebendige Überlebensstrategien, die versuchen unser wahres Wesen zu schützen.

 

Je destruktiver die Außenwelt, desto destruktiver die Innenwelt eines Kindes, welches sich an die äußeren Umstände anpassen muss, um emotional und physisch zu überleben. Diese Dynamik zu verstehen ist ein Game-Changer für unsere Bewertungssysteme!

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Die Arbeit mit einem eigenen Anliegen hilft JEDEM, der von scheinbar ungelösbaren Lebensfragen geplagt wird. Vorausetzung ist die BEREITSCHAFT, hinter die Kulissen von Körpersymptomatiken, Verwirrung, Verzweiflung, Depression, Erfolglosigkeit, nicht funktionierenden, frustrierenden Beziehungen, Panikattacken oder anderen sehr belastenden Lebensthemen zu blicken. 

Die Arbeit will dabei keine Luftschlösser bauen, keine Schuldzuweisungen tätigen oder gar nachträglich eine "heile Welt" konstruieren. Es geht vielmehr und die klare Sicht auf was war und die Anerkennung und Aufarbeitung dessen, was erlebt oder übernommen wurde. (Multigenerationelles Trauma)

 

Ein klares ICH und ein klares WILL (Identität und Wille) sind Frucht der Arbeit, welche durch Integration von abgespalteten Anteilen immer klarer und deutlicher zum Vorschein kommen.

 

Zuschreibungen (Du bist die/der Grosse und übernimmst deshlab...) und Identifikationen (mit Beruf, Herkunft, Staatsangerhörigkeit, Fußballverein, Markenartikel) werden aufgedeckt und durch gesunde Identität (SEIN) ersetzt.

 

"Anliegen" statt "Zieldefinition"

Die Arbeit mit Anliegen – im Gegensatz zu starren Zielen – ist weniger starr und kann dadurch sehr heilsam sein. Ein Anliegen ist weniger feste Vorgabe, sondern tiefere Absicht oder Ausrichtung, die uns flexibel bleiben lassen. Häufig identifizieren wir sie als “Herzenswunsch”. Ein Anliegen erlaubt uns, auf dem Weg Veränderungen und Überraschungen zuzulassen und den Prozess ebenso wertzuschätzen wie das Ergebnis. Ein Anliegen ist, im Gegensatz zu einem fixen Ziel, eher ein Begleiter, der uns offen für neue Erkenntnisse und Anpassungen hält.

Anstelle von linearer Zielerreichung, die oft mit einem strengen Plan verknüpft ist, bietet ein prozessorientiertes Vorgehen viel mehr Raum für Flexibilität und Entwicklung. Einem Anliegen zu verfolgen bedeutet, sich dem Prozess hinzugeben, dabei neugierig zu bleiben und auch Umwege und Wendungen zuzulassen. Hierbei ist das Nervensystem nicht ständig im Hochspannungsmodus, sondern kann sich in einem Zustand der Regulation halten, der uns aufnahmefähiger für das macht, was wir wirklich brauchen.

 

Im traumasensiblen Kontext geht es also nicht darum, möglichst schnell ein Ziel zu erreichen, sondern sich auf den Weg dorthin einzulassen. Der Weg selbst ist der Raum, in dem wir lernen, uns selbst besser zu verstehen, und in dem Heilung geschehen kann. In dieser Offenheit für den Prozess können wir uns immer wieder neu justieren und das finden, was uns in jedem Moment guttut.

Statt zu fragen: „Wie erreiche ich mein Ziel?“ könntest du dich vielleicht eher fragen: „Was ist mein Anliegen? Was möchte ich in diesem Prozess erfahren oder lernen?“ Diese Fragen öffnen einen Raum für Möglichkeiten, während starr definierte Ziele oft den Blick verengen.

Vielleicht möchtest du dir selbst einmal die Frage stellen: Wie gehe ich mit meinen eigenen Zielen um? Fühle ich mich manchmal von ihnen eingeengt, oder lasse ich mir die Freiheit, den Weg flexibel zu gestalten? Was wäre mein tiefes Anliegen hinter einem Ziel, das ich mir gesetzt habe?

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