Psychotrauma - vom Überleben zum Leben

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IoPT - Identitätsorientierte Psychotraumatheorie nach Franz Ruppert

Die Methode wurde von Franz Ruppert in den letzten 30 Jahren entwickelt und perfektioniert. Professor Dr. Franz Ruppert ist psychologischer Psychotherapeut und Professor für Psychologie an der katholischen Stiftungsfachhochschule München. Er arbeitet sowohl in Einzeltherapie als auch mit Gruppen und hat sich auf die Symptome Ängste, Depressionen, Suchterkrankungen, psychotischen Erkrankungen, Traumata und Zwänge spezialisiert. Aus seiner Arbeit mit traumatisierten Klienten hat er spezielle Traumaaufstellungen (Anliegenmethode) entwickelt.

Die Identitätsorientierte Psychotraumatheorie (IoPT) bezeichnet ein psychotherapeutisches Interventionsverfahren. Laut Ruppert steht in dessen Fokus die Entwicklung der Identität des Menschen im Kontext seiner frühen Bindungsbeziehungen.

Der Begriff Trauma:

Peter Levine bringt es mit seiner Definition von Trauma auf den Punkt: es ist zu viel, zu schnell, zu plötzlich!

Was muss einem Menschen passiert sein, damit etwas als Trauma definiert werden kann?

So unterschiedlich wie wir sind auch die Grenzen des „Erträglichen“ für jeden Einzelnen. So kann es vorkommen, dass für eine Person etwas ganz furchtbar ist, während es für die nächste nicht so schlimm erscheint.

Dies hängt unter anderem davon ab, wie unser innerer Zustand, die Lebensumstände und die Regulationsfähigkeit unseres Nervensystems sind.

Es gibt mittlerweile Untersuchungen, die bestätigen, dass Menschen, die z.B. eine schwere Geburt erlitten haben, von den Eltern nicht gewollt waren oder die Mutter in der Schwangerschaft schwerem Stress ausgesetzt war, diese in Folge ein sehr empfindsames Nervensystem entwickeln. Diese sogenannte Hypervigilanz wird heute gerne als „hochsensibel“ bezeichnet.

Die schlimmsten Traumata entstehen durch Täterschaft der Eltern.

Achtung: Nicht nur psychische und physische Übergriffe sind für eine Psyche traumatisierend! Ein „nicht beachtet werden“ oder wenn die Mutter zwar für das physische Wohl gesorgt hat, aber emotional nicht erreichbar war, kann in der Psyche einen ähnlich gravierenden „Schaden“ verursachen, wie tätliche Übergriffe.

Erlebter Schaden kann zu Trauma führen

Der Betroffene erlebt sich in einem Zustand der Hilflosigkeit und Ohnmacht. Der Körper reagiert in dieser Situation mit Stress, begleitet von Gefühlen der Angst, Panik, Schmerz oder Wut, etc. Unser Nervensystem bestimmt durch seine Reaktion unseren psychischen Zustand.

Ein „Zuviel“, wie vorher erwähnt, führt zwangsläufig zur Abspaltung (der Gefühle), da die überwältigende Energie Todesängste verursacht. Diese Spaltung führt zu Überlebensstrategien. Diese gehen mit dem Traumaanteil eine Balance ein und meiden so gut es geht Entwicklungen, die mit dem abgespaltenen Anteil in Verbindung gebracht werden können.

Beispiele für Überlebensstrategien

Überlebensstrategien Traumaarbeit Traumatherapie Psychotrauma
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Um eine Schädigung psychisch, seelisch zu überleben, erschaffen wir Überlebensstrategien. Diese können sich unter anderem so zeigen:

  • Aktionismus
  • Zerreden
  • Bewerten (sich und andere)
  • Analysieren und ausweichen von Emotionen
  • Gefühlskontrolle
  • Selbstsabotage und/oder Bestrafung anderer
  • jegliche Art von Sucht
  • Abdriften in spirituelle Ebenen (ich verzeihe nicht, aber Gott kann es...)
  • Opfer- oder Täterhaltung
  • ...

Opferhaltung als Überlebensstrategie

Das eigene Opfer-sein wird gerne verleugnet oder die Erinnerung daran verdrängt. Klienten mit dieser Haltung möchten stark sein, verachten Schwächen bei sich und Anderen und nehmen gerne die Schuld oder Verantwortung für das Geschehene an sich und verbinden sich somit mit dem Täter auf emotionaler Ebene. Der Täter wird in Schutz genommen. „Ich hab es verdient, dass....“ „Er hatte selbst auch eine schlimme Kindheit“...

Konfliktscheue und Harmoniesucht sind die Früchte der Opferhaltung. Auseinandersetzungen werden vermieten, Wut wird unterdrückt. Letztere sucht sich ihren Weg durch körperliche Symptome oder wird in der Täterhaltung an Schwächeren entladen.

Überängstlichkeit und Unterwürfigkeit sind auch zwei Möglichkeiten, die Opferhaltung einzunehmen. Jammern, leiden, ohne wirklich zu wissen warum (z.B. Depression) sind das Resultat.

Körperliche Symptome bringen zum Ausdruck, was über Jahrzehnte seelisch abgespalten wurde.

Täterhaltung als Überlebensstrategie

Jemand, der einem Anderen Schaden zugefügt hat, muss gewissermaßen seine Tat verleugnen, da er sonst mit seiner Scham und Schuld leben müsste. Diese Gefühle unterdrückt der Täter, indem er die Schädigung entweder herunterzuspielen versucht, sich selbst als unschuldig darstellt bzw. sich als Opfer einer Provokation ausgiebt. Die mit der Tat verbundene Verantwortung wird geleugnet und ein reines Gewissen demonstriert.

Jeder Täter war Opfer, bevor er zum Täter wurde!

Wie steige ich aus der Täter-Opfer-Spirale aus?

Das eigene Opfer-Sein muss bewusst gemacht werden und die durch die Traumatisierung abgespaltenen Gefühle müssen anerkannt und verarbeitet werden. Es entsteht dadurch sukzessive ein Gefühl der Selbstannahme und Selbstverantwortung, welche die Grundlage zur Selbstliebe darstellen.

Eine klare Sicht auf toxische Beziehungssysteme und ein Ausstieg aus ihnen, ermöglicht zu erfahren, wie sich gesunde Wut, gesunde Angst oder gesunde Liebe anfühlen.

Beziehungen können dann aus der Fülle und nicht aus einem Mangel eingegangen werden. Dies unterscheidet kranke von gesunden Beziehungen. Ich bin bereit meine Liebe zu geben und Liebe zu empfangen. Ich kann ohne schlechtes Gewissen annehmen, um Hilfe bitten, mich abgrenzen.

 

Kurz gesagt: ich bin bei mir und nicht im Außen!

Ich erlaube mir meine Gefühle, habe tiefes Mitgefühl für meine inneren Traumakindanteile und lebe gesunde Selbstfürsorge.

Das Erlangen einer gesunden Abgrenzung gegenüber anderen Menschen und ein liebevoller Selbstbezug sind wichtige Schritte zu einer gesunden, integren Psyche.

Woran kann ich erkennen, dass traumatische Erlebnisse wirklich integriert sind?

  • Regulation der Emotionen ist möglich
  • Ich erkenne alte Reaktionsmuster und kann mich von ihnen distanzieren. Dies erschafft innere Stabilität
  • Grenzen werden gesund gesetzt und nicht aus Traumaüberlebensstrategien heraus („Nein“ ist ein ganzer Satz!)
  • Ich verfalle nicht mehr in Reaktionsmuster wie angreifen, zurückziehen, mauern oder beschwichtigen.
  • Statt Ohnmacht ermächtige ich mich selbst und handle. Das stärkt wiederum mein Selbstbewusstsein
  • Ich erkenne, wo ich noch in Überlebensstrategien gefangen bin und wo ich wirklich authentisch im Umgang mit anderen bin.
  • Ich vertraue mir selbst und meinen Urteilen
  • Ich bin authentisch und übernehme volle Verantwortung für meine Gefühle
  • Ich projiziere nicht auf Andere sondern bleib bei mir

Eine gesunde Psyche unterscheidet zwischen:

  • ICH – DU - WIR (meine Bedürfnisse, deine Bedürfnisse, unsere Bedürfnisse)
  • Wahrnehmung und Projektion (ich nehme wahr oder ich werte)
  • Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft (das was war ist heute nicht mehr... etc.)
  • Innen und Außen (was will ich, was glaube ich, was andere wollen)
  • Liebevollem Sein und unerfüllbaren Sehnsüchten (Fülle oder Mangel)
  • Machbarem und Unerreichbarem (Realismus vs. Illusion)
  • Leben und Überleben (alles, was wehtut ist nicht leben, sondern überleben, denn das Leben ist leicht!)
  • Opfer und Täter (Ich bin immer beides, Opfer und Täter - auch Täter an mir selbst!)

IoPT - Die Methode

(C) Prof. Franz Ruppert - Spaltung der menschlichen Psyche
(C) Prof. Franz Ruppert - Spaltung der menschlichen Psyche

Die gute Nachricht:

DU HAST IMMER GESUNDE ANTEILE!

 

Du kommst mit einem Anliegen zu mir. Beispiele für Anliegen :

Es kann ein Satz, eine Frage, ein Bild, eine Zeichnung oder ähnliches sein.

 

 

„Was wollen mir meine Knieschmerzen sagen?“

„Warum fühle ich mich immer so verloren?"

„Wo bin ich zuhause?“

„Ich will leben“

"Ich will Kinder, aber es klappt nicht..."

„Ich will geliebt werden"

„Was ist das zwischen mir und meinem Sohn Alex?“

„Wo bin ich?"

„Wieso greife ich immer zum falschen Partner?“... etc.

Du siehst, ... alle Fragestellugen sind möglich!

Du kannst mit mir im Einzelsetting oder in der Gruppe (an den Anliegentagen) dein Anliegen einbringen. Im Laufe der Arbeit werden sich im geschützten Rahmen die abgespalteten Traumaanteile zeigen. Dies hebt die Spaltung auf und ermöglicht, die Anteile zu integrieren.

Du musst keine Angst vor Retraumatisierung haben, denn die gilt es unter allen Umständen zu vermeiden! Daher wirst du von mir sehr verantwortungsvoll begleitet. Die Methode nutzt die Weisheit deines Unterbewusstseins, welches nicht mehr „hergibt, als es verkraftet“.

Falls du Fragen zur Methode hast oder dich angesprochen fühlst, melde dich gerne bei mir für einen Termin. Die Termine für die Anliegentage findest du unter folgendem Link:

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